Begrüßungsrede von Oberbürgermeister Sören Link beim 4. Jahrestag der Loveparade Duisburg, Gedenkveranstaltung

Dirk Schales, Sören Link

Begrüßungsrede von Oberbürgermeister Sören Link

 

beim 4. Jahrestag der Loveparade Duisburg, Gedenkveranstaltung

 

 

„Liebe Angehörige, liebe Betroffene, liebe Gäste,

 

wir kommen gerade gemeinsam von der Gedenkstätte im Tunnel, die im letzten Jahr fertiggestellt wurde.

Doch schon vor ihrer Fertigstellung wurde ein würdiger Ort des Erinnern geschaffen:

Das Mahnmal gleich hier drüben im Park an der Karl-Lehr-Straße.

 

Es waren die Duisburgerinnen und Duisburger die unmittelbar nach der Katastrophe die Initiative ergriffen haben und taten, wozu die Stadtspitze damals nicht fähig war.

 

Sie übernahmen Verantwortung, sie zeigten Anteilnahme, Mitgefühl und sie standen den Hinterbliebenen und Betroffenen in ihrem Leid unterstützend zur Seite.

 

 

Als Ausdruck der Verbundenheit und der Gemeinschaft in der Trauer, wurde das Mahnmal hier im Park an der Karl-Lehr-Straße errichtet und heute, heute sind wir hier, um gemeinsam innezuhalten und der Opfer der Loveparade-Tragödie vom 24. Juli 2010 zu gedenken.

 

 

Vier Jahre sind auf den Tag genau vergangen seit jenem unheilvollen Tag, an dem 21 junge Menschen in unserer Stadt auf tragische Weise zu Tode kamen.

 

Unzählige wurden an diesem Tag verletzt an Körper, Geist und Seele, viele wurden traumatisiert, sie leiden bis heute unter den Folgen des Unglücks.

 

Ihnen allen und auch den vielen Helfern und Rettungskräften, den Hauptamtlichen und den Ehrenamtlichen, den Professionellen und den Amateuren die soviel Leid verhindert haben, Leben gerettet haben.

Ihnen allen - ist unser heutiges Erinnern ist diese Gedenkveranstaltung gewidmet.

 

 

Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt dabei insbesondere den Angehörigen der Verstorbenen:

 

Wir fühlen mit, wir fühlen mit den Eltern, den Geschwistern, den Großeltern und allen Anverwandten und Freunden der jungen Menschen, die in der Massenpanik vor 4 Jahren ums Leben kamen.

Sie wollen wir heute besonders in unsere Mitte nehmen.

 

 

Die Loveparade in Duisburg sollte eine große Party werden.

Sie wurde zur Katastrophe, sie wurde zur Tragödie.

Auch vier Jahre nach dem Unglück schmerzt das Erinnern sehr.

 

 

21 Familien wurde ein geliebter Mensch entrissen, für viele der mehr als 500 Verletzten und Traumatisierten hat sich das Leben mit einem Schlag verändert. Bis heute.

 

Das Unglück hat tiefe Wunden gerissen – in Familien, in Lebensgeschichten, in Zukunftspläne, auch in unserer Stadt.

 

 

In den letzten zwei Jahren habe ich viele Gespräche mit den Angehörigen der Opfer und ebenso mit vielen Verletzten geführt.

In den Gesprächen mit den Hinterbliebenen konnte ich viel Persönliches über die Menschen, die hier gestorben sind, erfahren. Träume, Zukunftspläne, manch liebgewonnene Angewohnheit.

Ich durfte erfahren, was ihnen Spaß machte, was sie beschäftigt hat, was sie ausgezeichnet hat im Kleinen wie im großen.

Dadurch sind aus Namen, 21 junge Menschen für mich geworden, 21 Menschen mit einem Gesicht, mit einer Geschichte, mit einem Zukunftsplan. 21 Menschen mit einer Persönlichkeit.

Die dadurch entstandene Nähe macht mir ganz persönlich das Gedenken einfacher, zugleich aber auch um vieles schwerer:

 

Ich habe so viel von ihnen erfahren dürfen, begegnen werde ich ihnen nie.

 

 

Persönliche Gespräche durfte ich auch führen mit vielen Verletzten und auch wenn die meisten körperlichen Wunden inzwischen verheilt sein mögen, seelisch leiden viele bis heute.

 

Dabei sind es nicht nur die Bilder der Katastrophe, von denen sie immer wieder eingeholt werden.

Auch die damals empfundenen Ängste durchleben sie immer wieder, heute aber in alltäglichen Situationen.

Der Alptraum Loveparade, der 24.Juli 2010 bestimmt ihr Leben, ein normaler Alltag ist unter diesen Umständen zum Teil, jedenfalls für sie, kaum möglich.

 

Was ich aus den vielen Gesprächen mit den Hinterbliebenen und Verletzten auch mitgenommen habe, ist, wie dankbar sie sind für den Austausch mit anderen Hinterbliebenen mit anderen Betroffenen mit Menschen, Mitarbeitern der Seelsorge.

 

Es hilft ihnen, sich aussprechen zu können.

Immer wieder. wenn der Bedarf besteht

 

Daraus schöpfen sie zusätzliche Kraft, Kraft die sie brauchen um ihre Trauer, ihr Trauma zu bewältigen und den Blick auch wieder nach vorne zu richten.

 

 

Liebe Anwesende, mir ist wichtig, gerade auch deshalb das heutige Gedenken mit einigen Worten des Dankes zu verknüpfen.

 

 

So möchte ich all denen Danken Gruppen, den Initiativen den Vereinen insbesondere dem Verein LoPa2010 der sich in diesem Jahr maßgeblich für die Organisation stark gemacht hat.

Menschen, die sich für die Aufarbeitung der Tragödie aber eben auch für die Interessen der Betroffenen engagiert haben und engagieren!

 

Ich möchte der Notfallseelsorge danken, die die Angehörigen der Opfer und die Verletzten intensiv und professionell begleitet haben und betreuen.

Auch an diesen schweren Tagen wieder

 

 

Danke an unseren hochengagierten Ombudsmann, Jürgen Widera.

 

Dank all denen, die sich für die Schaffung der Gedenkstätte eingesetzt haben und in diesen Dank schließe ich Herrn Krieger und seine Firma ausdrücklich mit ein.

 

 

Und ausdrücklich auch ein herzlicher Dank an jene, zahllose leider viel zu oft Gesichtslose, Namenlose Menschen jedenfalls die sich so liebevoll intensiv um die Pflege der Gedenkstätte kümmern, um den erhalt und um die Reparatur wenn es wieder nötig war die viel Zeit, und oft auch viel Geld privates Geld investieren.

 

Kurzum:

Ich möchte mich bei all denen bedanken , die sich für die Bewältigung der Loveparade-Tragödie einbringen – im Großen wie im Kleinen.

Im Öffentlichen wie im besonderen auch im Privaten!

 

 

Duisburg, die Duisbürgerinnen und Duisbürger, die Hinterbliebenen der Opfer und die Verletzten wurden durch die Tragödie der Loveparade zu einer Art Schicksalsgemeinschaft.

 

Aus dieser Schicksalsgemeinschaft heraus hat sich ein Netzwerk entwickelt, dass die Angehörigen, die Verletzten und auch die Stadt die Menschen dieser Stadt dabei unterstützt, den Blick schrittweise wieder auf die Zukunft zu können.

 

Alle in diesem Netzwerk leisten Großartiges und auch mir gibt dieses Netzwerk gibt die Kraft der vielen Hoffnung!

 

Den es ist gut in schweren Momenten zu wissen, dass es Zuversicht gibt

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