Dirk Schales, Never Forget, Gegen das Vergessen, Loveparade, Gedenkstätte, Rampe, Tunnel
BI gegen das Vergessen LoPa 2010

Die Bürgerinitiative „Gegen das Vergessen Lopa 2010“ wurde am 10.November 2011 von den beiden ehemaligen Vorstandsmitgliedern von Never Forget den Opfern der Loveparade e.V., Dirk Schales und Anita Bigdeli, mit Unterstützung von Gaby Simone Schmidt, ins Leben gerufen.
Grund dafür war der Rücktritt der beiden Vorstandsmitglieder und dem damit verbundenen Zusammenbruch des Vereines.
Im Laufe der Zeit entwickelte sich daraus eine kleine, homogene Gruppe die, durch ehemalige Vereinsmitglieder und neuen Mitstreitern ergänzt, sich weiterhin um die Pflege der von Frau Hendrix am 05.September 2010 angelegten provisorischen Gedenkstätte am Unglücksort kümmerte.
Den finanziell größten Teil der für die Pflege der provisorischen Gedenkstätte benötigt wurde bestritten die Mitglieder aus eigener Tasche.
Hin und wieder spendeten Besucher der Gedenkstätte etwas für Kerzen dies deckte aber leider nur einen Bruchteil der Kosten die aufgewendet werden mussten.
Dazu gehört unter anderem das notwendige Werkzeug sowie das ersetzen der durch immer wieder auftretende Diebstähle und Vandalismus verursachten Schäden.
Blumenspenden erhielt die BI vor allem vom Verein "Bürger für Bürger e.V." in Duisburg Rheinhausen.
Die Versorgung der entsprechenden Blumen mit Wasser wurde bis zum Umbau der Gedenkstätte durch einen kostenlos zur Verfügung gestellten Wassertank der Wirtschaftsbestriebe Duisburg gesichert.
Die Stadt Duisburg selbst, sowie Vereine wie „Loveparade Selbsthilfe e.V.“ unter Jürgen Hagemann die sich für eine Gedenkstätte am Unglücksort nur verbal einsetzten haben bisher nichts zur Pflege und Erhalt des Ortes beigetragen.
Ein Teil der Mitglieder kümmerte sich schon seit September 2010 aktiv an der Pflege der provisorischen Gedenkstätte.
Dabei standen sie vor Ort auch jederzeit Betroffenen, Angehörigen und Besuchern für Gespräche zur Verfügung.
Eine seelsorgerische Aufgabe hat die BI dabei aber nicht übernommen
Bei diesen Gesprächen sammelten die Mitglieder auch Informationen wie eine zukünftige Gedenkstätte aussehen soll und brachten diese bei den Gesprächen über eine endgültige Gestaltung mit ein. Auf Anfrage begleitete die BI auch Betroffene die sich bisher nicht getraut haben an den Ort zurück zu kommen.

Die Bürgerinitiative ist heute mit dem Vorsitzenden Dirk Schales ein Teil der "Betroffenen Initiative Lopa 2010 e.V." und wird in einer zukünftigen Stiftung auch weiterhin vertreten sein. 

Gestaltungsplanung für die endgültige Gedenkstätte

Aufgrund des Treffens vom 03.März 2013 in Duisburg Rheinhausen haben wir den von uns im Oktober das erste Mal vorgestellten und vor dem Treffen noch einmal überarbeiteten Planungsentwurf nun noch einmal durch die auf dem Treffen angesprochenen Ideen und Vorschläge ergänzt.

 

Mehr dazu hier

Mahnwache und Nacht der 1000 Lichter

Knapp zwei Jahre nach der Katastrophe der Duisburger Loveparade 2010 ist der Erhalt des Unglücksortes als Gedenkstätte beschlossen.

Freunde der Gedenkstätte haben in der Zeit vom 20. Juli 2012 ab 16:00 Uhr bis zum Mittag des 24. Juli 2012 eine Mahnwache für die Opfer der Loveparade auf dem Grundstück des ehemaligen Güterbahnhofs in Duisburg abgehalten.

Am Abend des 23. Juli 2012 haben sie zum zweiten Jahrestag für Betroffene und Angehörigen die Nacht der 1.000 Kerzen, die dieses Gebäude letztmalig in seiner originalen Bauweise beleuchten hat, durchgeführt.

Im laufe der Tage kamen ca. 2000 Menschen zum Gedenken zur provisorischen Gedenkstätte, weit über 300 trugen sich in ausgelegte Kondolenzbücher ein.

 

Videos

 

Die "Nacht der 1000 Lichter"

In Zuge unserer Mahnwache zum 2. Jahrestag der Loveparade Katastrophe von Duisburg haben wir am Abend zuvor zur „Nacht der 1000 Lichter“ eingeladen.

Wir wollten gemeinsam mit Betroffenen, Angehörigen und Duisburgern ein letztes Mal zu einem Jahrestag den noch vollständig erhaltenen Ort mit über eintausend Kerzen zum Leuchten bringen.

Es sollte unter anderem an die Zeit erinnern kurz nach dem Unglück als tausende von Kerzen den Karl-Lehr Tunnel erleuchteten.

Während der Mahnwache kamen immer wieder Menschen auf uns zu die am Montagabend nicht daran teilnehmen konnten aber dafür Kerzen vorbei brachten mit der Bitte diese am Montagabend zu entzünden.

Zu Beginn der Aktion hatten sich ca. Hundert Menschen an der Rampe versammelt um im Stillen den Opfer der Katastrophe zu gedenken. Im laufe des Abends trafen immer wieder Menschen darunter Betroffenen und Angehörige an der Rampe ein. Am Ende waren es ca. 300 Menschen die zur Nacht der 1000 Lichter gekommen waren.

Einer der Emotionalsten Momente des Abends war als die Angehörigen neue Bilder abstellten. Die Australische Familie freute sich vor allem dass der im Vorjahr von Ihnen dort abgelegte Teddybär noch immer vor Ort lag. Direkt dahinter platzierten sie nun das Bild Ihrer Tochter.

Der gesamte Abend hat uns und die Besucher zutiefst bewegt und wird sicherlich allen in Erinnerung bleiben.

 

Bilder und Videos

 

Pfingsten an der Gedenkstätte

Auch Pfingsten waren wir wieder an der Gedenkstätte.

Geplant war diesmal die gegenüberliegende Seite der provisorischen Gedenkstätte zu reinigen.

Dort war mittlerweile der Rasen so hoch gewachsen das die dort abgelegten Steine kaum mehr zu sehen waren.

Also haben wir uns entschlossen das ganze Mal in Angriff zu nehmen.

 Allerdings waren wir uns hinterher einig eine solche Aktion nicht noch einmal bei solchen Wetter durch zu führen.

Ich entschließe mich schon etwas früher hinzufahren um in Ruhe anzufangen.

Gerade angekommen, erscheint schon die erste Familie die sich den Ort nachdenklich anschaut.

Nach kurzer Zeit kommen sie auf mich zu und wir sind schnell im Gespräch.

Auch sie sind froh das es immer noch Menschen gibt die sich vor Ort kümmern.

Es darf nicht vergessen werden sind sie sich einig.

Es wird nicht das letzte Gespräch heute bleiben.

Mit an die Hitze angepasster Schnelligkeit beginne ich die ersten Platten zu entfernen.

Es wird gleich damit begonnen auszusortieren.

Auf manchen Platten ist durch Sonne und Regen leider nichts mehr von der Schrift zu erkennen. Sie kommen später zur Seite um neu beschriftet zu werden.

Ein junges Pärchen aus Oldenburg ist auf Besuch in Oberhausen und schaut sich den Ort der Katastrophe an.

Auch hier führen wir ein längeres Gespräch.

Obwohl das Unglück schon fast zwei Jahre her ist kommen immer wieder Menschen zur Gedenkstätte und an einem solchen Tag sind es viele.

Ein stetiges kommen und gehen.

Auffallend das die Besucher aus dem ganzen Bundesgebiet kommen.

Man sieht Nummernschilder aus Trier, Frankfurt, Oldenburg, Freiburg und vielen anderen Städten.

Nachdem ein Teil der Platten und Steine von der Fläche entfernt ist, stößt auch Jörn dazu.

Zu Zweit geht es doch besser.

Schnell sind wir uns aber einig das der der die Idee hatte das heute bei der Hitze vor Ort zu machen nicht mehr unser Freund ist.

Wir haben uns aber bisher nicht einigen können wer von uns beiden die Idee nun wirklich hatte.

Alle Platten sind entfernt. Jörn und Lena haben in gemeinschaftlicher Handarbeit die Fläche um das Kreuz von Unkraut befreit.

Nun kann endlich der Kantenschneider zum Einsatz kommen.

Jörn braucht schlappe 15Minuten um die Fläche zu mähen.

Für die Vorarbeiten benötigten wir knappe 2,5 Stunden.

Bei der Hitze waren es aber gefühlte 10 Stunden.

Aber immer wieder eingelegte Pausen und viel Trinken ließen es erträglich werden.

Anschließend werden die beschrifteten Platten wieder ausgelegt.

Man nimmt sich die Zeit sie zu Lesen.

Auch hier erkennt man schnell woher der eine oder andere Besucher der Gedenkstätte kommt.

Es kommen auch viele aus dem Ausland hierher.

Nachdem die Seite fertig ist werden an der provisorischen Gedenkstätte die üblichen Arbeiten erledigt. Kerzen gewechselt, verwelkte Blumen aussortiert, Blumen und Pflanzen gegossen und angefallener Müll entsorgt.

Immer wieder unterbrechen Gespräche mit Besuchern der Gedenkstätte unsere Aktivitäten. Beeindruckend war zum Abschluss ein Gespräch mit einer Familie aus Frankfurt dessen Sohn unbedingt dort hin wollte.

Wir erzählen ihm vom Tag der Katastrophe, gehen aber nicht ins Detail.

Er stellt viele Fragen die wir bereitwillig mit Zustimmung der Eltern auch beantworten.

Ihnen ist es wichtig dass er etwas mitnimmt von diesem Ort.

Wir erzählen auch wer die Basis für die provisorische Gedenkstätte gelegt hat.

Fragen über den ehemaligen OBs werden beantwortet und wie wichtig das gelingen für die Stadt war.

Das wir uns am 12.Februar ein wenig Stolz und Ehre zurück geholt haben die uns Sauerland mit seinem Verhalten genommen hat.

Am Ende des Gespräches beschriftet der Junge zusammen mit seinen Eltern noch einen Stein zum Gedenken an die Opfer.

Wir verabschieden uns voneinander und sie bedanken sich dafür dass wir Ihre Fragen beantwortet haben.

Was heute bei vielen Gesprächen aufgefallen ist war die Frage ob wir von einem Verein oder der Stadt unterstützt oder gar bezahlt werden.

Ersteres müssen wir leider verneinen, letzteres würden wir auch ablehnen.

Für den Schmunzler des Tages sorgte die Tochter von Jörn.

Johann wollte heute zur Gedenkstätte kommen hatte aber vergessen das er ja zum Jazzfestival nach Moers wollte.

Als wir ihn versuchten zu erreichen und er nicht ans Handy ging sagte sie ganz trocken.

„Der liegt bestimmt im Bett und schläft, schnarcht ganz laut und ist voller Freude.“

Bilder zum Tage gibt es hier

Der 24....ein Tag an der Gedenkstätte

 

Auch 22 Monate nach der Katastrophe führt mich mein Weg heute wieder zur Gedenkstätte.

Eigentlich wie fast jeden Tag, doch heute ist der 24 des Monats und damit wieder ein besonderer Tag.

„Gegen das Vergessen“ Tag.

Heute ist ein besonders warmer Tag.

Die Sonne scheint, der Himmel ist blau.

Als ich an der Gedenkstäte eintreffe ist noch keiner von den üblichen Verdächtigen dort.

Ein kurzes innehalten für sich alleine ist möglich.

Der stetige leichte Wind der fast immer an der Rampe vorherrscht lässt die heutige Wärme erträglich werden.

Mein erster Weg führt zur Materialkiste.

Sie müsste mal aufgeräumt werden.

Also ran ans Werk.

Der Karton mit gespendeten Kerzen wird ausgeräumt und die in Tüten und Beuteln gesammelten werden ordentlich beigeräumt um ein wenig Ordnung und eine gewisse Übersicht zu bekommen wann neue besorgt werden müssen.

In der Zwischenzeit taucht auch Herr Johann an der Gedenkstätte auf.

Kurze herzliche Begrüßung und erst einmal Zigarettenpause.

Die neuesten Ereignisse werden besprochen und was man heute noch alles vorhat vor Ort.

Jörn fährt mit seinem Transporter vor und auch Jason und Anita trudeln langsam ein.

Kurze Begrüßung kleine Gesprächsrunde und weiter geht es.

Jason, Jörn und ich besorgen den Bauzaun der in der kleinen Rampe liegt und befestigen ihn oberhalb der Treppe.

In der letzten Zeit haben sich vermehrt Metalldiebe auf dem Gelände umgesehen oder andere Neugierige sind die Treppe hinauf gestiegen.

Dabei wurden Laternen und andere Gegenstände auf der Treppe immer wieder beschädigt. Also mit Krieger telefoniert, das ganze abgesprochen und zur Tat geschritten.

Anita und Johann kümmern sich derweil um die verwelkten Blumen.

Müll und Zigarettenkippen werden entsorgt, Unkraut gezupft.

Neben der Kiste haben sich Brennesel durchgesetzt die mit angezogenen Handschuhen entfernt werden.

Unter ihnen tauchen noch ein paar kleine Vasen auf die von Jason gesäubert werden.

Sie werden später dafür genutzt abgestellte Blumen umzupflanzen.

Abgebrannte Kerzen werden durch neue ersetzt.

Johann lässt es sich nicht nehmen die Treppe anlässlich des Datums mit Kerzen zu bestücken.

Immer wieder Hut ab vor seinem Einsatz.

Danke Johann.

Das alles ist keine Arbeit bei der man sich irgendwelche Lorbeeren verdienen kann.

Hier geht es nicht darum sich Pressewirksam zu verkaufen.

Hier gibt es nur abgebrochene Fingernägel, Schnittwunden und dreckige Finger zu ernten.

Auch in Zukunft wird es Menschen geben müssen die sich um diesen Ort kümmern.

Egal wie dieser mal aussehen wird.

Pflegen und nach dem rechten sehen wird man auch an einer neuen Gedenkstätte.

Wenn nicht, wird es irgendwann so aussehen, wie schon jetzt immer wieder am Mahnmal.

Gegen späten Nachmittag ist die Gedenkstätte wieder gesäubert, die Kerzen gewechselt, der Müll entsorgt und alle beteiligten sind schmutzig aber zufrieden.

Als „geduldeter“ Aktivist ist man sich für solche Sachen auch nicht zu schade.

Wir verabschieden uns voneinander und wissen dass wir uns die Tage hier wieder treffen werden.

Das wirken an der Gedenkstätte ist für mich persönlich auch eine Aufarbeitung der Erlebnisse vom 24.Juli 2010.

Die Bilder werde ich sicherlich nie vergessen aber das stetige zurück kommen an diesen Ort lässt sie leichter ertragen.

Aus vielen Gesprächen mit anderen die an diesem Tag dort waren erfährt man das es ihnen genauso geht.

Dieser Ort ist wichtig, für viele Menschen.

Ob Angehörige, ob Betroffene oder Traumatisierte ebenso wie für Menschen die einfach hier nur Gedenken wollen.

Alle haben ihre Geschichte und ihre Gründe ganz für sich persönlich dort zu sein.

Auch heute kamen Menschen vorbei und hielten inne.

Gegen Abend fahre ich noch einmal zur Gedenkstätte um Fotos zu machen.

Wenn die Sonne untergegangen und der hektische Lärm der Großstadt ein wenig nach gelassen hat strahlt dieser Ort etwas Andächtiges aus.

An der Rampe weht ein kräftigerer Wind wie heute Mittag.

Am Zaun flattern die Fahnen, Bilder und Blättern mit Gedichten hin und her.

Eine Frau führt ihre Hunde spazieren.

Beim vorbei gehen wirft sie einen Blick herüber, hält kurz an.

Welche Gedanken ihr wohl durch den Kopf gehen?

Im Licht der Tunnelleuchten schwirren zahllose Mücken umher.

Die Treppe leuchtet im Schein der Kerzen und Solarleuchten.

An der provisorischen Gedenkstätte werfen die Kerzen ihr warmes Licht auf die aufgestellten Bilder.

Ich machen meine Fotos, hänge meinen Gedanken nach.

Es wird Zeit, der Tag war lang.

Ich gehe Richtung Heimat.

Morgen werde ich wiederkommen.

Bilder des Tages gibt es hier

Kerzen gegen das vergessen

Am 24.Januar hat die BI Never Forget das erste Mal zu einer kleinen Symbolischen Aktion zum Gedenken an die Opfer des 24.Juli 2010 aufgerufen.

"Kerzen gegen das vergessen"

Stilles Gedenken

26. Dezember 2011, 2. Weihnachtsfeiertag, der zweite nach dem Loveparadeunglück.
Anita, Jason und ich haben uns verabredet zur provisorischen Gedenkstätte zu fahren.
Es war uns dieses Jahr ein persönliches Anliegen dort in Ruhe und aller Stille zu gedenken.
Wir treffen uns an der Straßenbahnhaltestelle Karl-Lehr-Straße und schlendern langsam Richtung Gedenkstätte. Anfangs unterhalten wir uns noch recht intensiv. Doch mit jedem Schritt näher werden wir ruhiger, nachdenklicher.

Heute scheint es schwerer zu sein als sonst, den Weg dorthin zu gehen. Wir wechseln die Straßenseite, die Geräuschkulisse der vorbeifahrenden Autos klingt einem heute irgendwie unangenehmer in den Ohren. Aber es ist merklich weniger als an den normalen Wochentagen.
An der Rampe angekommen, liegt sie fast einsam und verlassend wirkend vor uns. Die provisorische Gedenkstätte. Kein Mensch ist vor Ort.

Eine angenehme Ruhe liegt über der Gedenkstätte, nur leichter Nieselregen, der uns aber nicht wirklich auffällt. Die vorbei fahrenden Autos nehmen wir kaum mehr wahr. Der Ort scheint heute anders zu sein. Irgendwie liegt eine merkwürdige Atmosphäre in der Luft. Erklären oder fassen kann man sie nicht. Vielleicht kommt es uns aber auch einfach nur so vor.

Die Treppe ist mit, an der Jahreszeit angepasst, Tannenzweigen geschmückt. Einige Weihnachtsgestecke stehen in ihren Pappbehältern auf der Fläche. Sie sind durch den tagelangen Regen leider sehr aufgeweicht. Wachsrosen hängen am Zaun, durch den Regen aufgeweichte Zettel und die Fahne Spaniens. Davor liegen ebenfalls Tannenzweige. Sie wirken dort irgendwie deplatziert.

Ein wenig erstaunt schauen wir auf einen Kranz, der dort aufgestellt wurde.
„Gegen das Vergessen, das Team der Loveparade“, ist auf den Schleifen zu lesen.
Immerhin, eine Geste aus dieser Richtung. Eine solche hätte auch der Stadt Duisburg gut zu Gesicht gestanden. Aber nichts davon ist zu sehen an diesem Tag.

Zwischendurch hört der Nieselregen auf und wir entschließen uns zum Mahnmal zu gehen.
Der Weg führt uns durch den langen Tunnel Richtung Neudorf, vorbei an den Schattenfiguren. Mit vier Leuten haben wir das Ganze damals im Mai geschafft. Ein wenig müssen wir schmunzeln, als wir an diesen Tag zurück denken. Wir sahen abends aus, wie gerade frisch aus dem Kohlenschacht gekommen.

Wir steigen die Treppe hinauf zum Mahnmal, das vollkommen verlassen vor uns liegt.
3 Blumengedecke und 2 Kerzen stehen dort, die bei diesem Wetter einen noch traurigeren Eindruck machen. In der angrenzenden Hecke liegt ein Herz aus Stein. Warum dort?
Wir schauen gedankenversunken auf die Namenstafel. Trauer. Kein Mensch stört uns, niemand verirrt sich dorthin. Auch hier ist es still um uns herum.

Nach kurzer Zeit kehren wir wieder zurück an die provisorische Gedenkstätte.
Es nieselt wieder. Zweimal halten Autos an der Rampe. Während die Jungs blieben im Trockenen blieben, steigen aus einem ein paar junge Mädchen aus, um zur Gedenkstätte zu gehen. Sie bleiben vor dem Zaun stehen, schauen mit traurigem Blick auf die Gedenkstätte, wechselten ein paar Worte miteinander und verschwanden wieder. Bei dem anderen konnte man anhand der Gestik von Armen und Händen erkennen, dass man nur einmal den Unglücksort betrachten wollte. „Schaut mal, hier ist es geschehen und da sind sie gestorben.“
Die typischen Katastrophentouristen eben. Man muss mit ihnen leben.

Gegenüber der provisorischen Gedenkstätte haben mittlerweile viele Menschen ihre Gedanken auf Steinen und Platten hinterlassen. „Sauerland, du Mörder“ steht auf einem. Wir entsorgen ihn, so etwas gehört dort nicht hin.

Ansonsten konnten wir dort - ungestört - in unseren Gedanken verweilen. Diese kreisten um die tragischen Ereignisse vom 24.Juli 2010, die einer von uns direkt vor Ort miterleben musste. Aber auch um das, was seit diesem tragischen Tag passiert ist. Jeder für sich selbst.
Nach über einer Stunde kehren wir der provisorischen Gedenkstätte den Rücken.
Schweigend und nachdenklich.

 

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Gründer und Mitglied des Beirates der Stiftung "Duisburg 24.07.2010"

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