Gestaltungsvorschläge

2. GESTALTUNG

 

Bei der Gestaltung sollten daher so viele Aspekte wie möglich rund um das Ereignis dargestellt werden, aber nicht nur das Schreckliche.

Die Loveparade und ihr eigentlicher Sinn sollten ebenfalls zur Darstellung kommen sowie die Anteilnahme der Menschen, vor allem der Duisburger Bürger, die allein gelassen von der Duisburger Stadtspitze, immer wieder Zeichen des Mitgefühls und der Trauer setzten.

Noch heute lasten die desaströsen Folgen der Loveparade und das unwürdige Verhalten der Stadtspitze danach, schwer auf vielen Duisburgern.

Daher ist es den Duisburger Bürgern wichtig, dass den Angehörigen ein würdiger Platz gegeben wird, an dem sie ihren Verstorbenen so nahe wie möglich sein können.

 

Dieser Gestaltungsvorschlag ist sicherlich in der Pflege zeitaufwendig.

Doch sollten weder Zeit noch Geld eine Rolle spielen.

Es gilt ein Zeichen zu setzen für alle, die von den schlimmen Ereignissen betroffen waren, es sind und bleiben werden.

 

Sämtliche Gestaltungspläne unsererseits sind keine persönlichen Wünsche, sondern beruhen auf Wünschen und Ideen sämtlicher Besucher, die wir bei unseren Gesprächen immer wieder genannt bekamen.

 

Wir haben bei unserer Planung die Gedenkstätte daher in zwei Hälften unterteilt, der untere Teil (Unglücksort) sollte ganz im Zeichen des Unglückes und des Gedenkens stehen, während der obere Teil nicht nur des Gedenkens an die Opfer, sondern auch im Zeichen der positiven Dinge stehen soll.

 

Bei der jetzigen Beschreibung gehen wir davon aus, dass die Besucher vom Parkplatz oberhalb des Geländes kommend in Richtung Unglücksstelle gehen.

 

Dies ist auch ein Grund, warum wir viele Dinge seitlich an den Wänden oder längst entlang führend platziert haben.

 

Ein stufen- oder treppenähnliches Ansteigen des Weges halten wir aufgrund von Rollstuhlbesuchern zwar für ungeeignet wird sich aber aufgrund der baulichen Gegebenheiten nicht verhindern lassen.

 

Dirk Schales, Duisburg, Loveparade 2010, Gedenkstätte
Gedenktafel

Am Zugang zur Gedenkstätte, nachdem passieren des von Kurt Krieger gespendeten Lebensbaumes, haben wir die Erinnerungstafel „Duisburg gedenkt der Opfer der Loveparade 24.07.2010“ gesetzt.

 

Dies soll den Besuchern schon im oberen Teil die Bedeutung des Ortes ins Bewusstsein rücken.

 

Verantwortlich für das Design und die Herstellung des Gussmodells waren hiesige Firmen und wurde von einer Düsseldorfer Kunstgießerei hergestellt.

Die Tafel hängt seit dem 4. September 2010 direkt über der jetzigen provisorischen Gedenkstätte und müssten daher nach oben versetzt werden.

Im ersten Wegabschnitt sollen die Besucher an den ersten Erinnerungstafeln die rechts und links des Weges angebracht werden können, vorbei laufen.

Auf den ersten Tafeln sollte an die Katastrophe selbst erinnert werden.

Was genau geschah an diesem Tag und was waren die Folgen.

 

Im Mittelteil zwischen den ersten Windungen des Weges, der als Grünfläche ausgewiesen ist, sollten die Besucher freien Blick auf zwei Symbole der Trauer aber auch der Wut vieler Menschen haben können, die kurz nach dem Unglück aufgestellt und bis zum heutigen Tage an der provisorischen Gedenkstätte verblieben sind:

Dirk Schales, Loveparade 2010, Duisburg, Gedenkstätte
Strake Schild mit Kreuz

1. Das aus Seitenverstrebungen der Plakatwand gezimmerte Kreuz mit der Aufschrift „21 Tote 21 Kreuze In tiefer Trauer“

2. Der Bauzaun mit der „Strake-Stoffwand“ und den daran befindlichen 21 Kreuzen.

 

Beide symbolträchtigen Stücke müssten dafür, nach 2,5 Jahren der Witterung schutzlos ausgeliefert, restauriert werden.

In die Gedenkstätte sollten sie, um vor Wind und Wetter geschützt zu sein, in einer Art Schaukasten angebracht werden.

Eine entsprechende Erinnerungstafel bzw. Hinweistafel sollte die Symbolik der beiden Geschichtsstücke beschreiben.

Im weiteren Verlauf des Weges sollen die nächsten Erinnerungstafeln an wichtige Sachen und Personen erinnern.

Hier möchten wir unter anderem an die Rettungskräfte erinnern, die bei dem Unglück vor Ort waren.

Sie haben am Unglückstag vielen Menschen mit ihrem aufopferungsvollen und selbstlosen Einsatz geholfen und Leben gerettet.

Viele dieser Helfer leiden auch heute noch unter den Folgen dieses Einsatzes und dürfen nicht vergessen werden.

Dasselbe gilt auch für die zahlreichen namenlosen Notfallseelsorger vor Ort, die den Verletzten und den Hinterbliebenen immer wieder zur Seite standen, um das Erlebte zu verarbeiten.

Dirk Schales, Duisburg, Loveparade 2010
Kerzenmeer am Unglücksort

Auf weiteren Tafeln möchten wir die Anteilnahme der Menschen dokumentieren.

Da ist die Erinnerung vor allem an die erste Zeit nach dem Unglück, als der Tunnel einem Blumen- und Kerzenmeer ähnelte, bis hin von der Entwicklung der provisorischen Gedenkstätte bis hin zur fertigen endgültigen Gedenkstätte und deren symbolische Wirkung für die Menschen unserer Stadt.

Dirk Schales, Konni Hendrix, Lveparade 2010
Der Anfang der provisorischen Gedenkstätte
Gedenkstätte August 2012
Gedenkstätte August 2012

Ebenso sollten im Bereich der gesamten Gedenkstätte entsprechende Sitzmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden, die Tafeln durch Lichter auch in den Abendstunden lesbar sein.

Dazu wären entlang des Weges auch Laternen Installationen angebracht.

Ebenso sollte in die Grünanlagen stellen integriert werden wo Menschen zum Zeichen des Gedenkens Blumen, Kerzen oder ähnliches ablegen können.

 

Der Rest des Weges, bis zur eigentlichen Unglücksstelle sollte weiterhin mit Erinnerungs- und Hinweistafeln bestückt werden um die Geschichte auch nach der Loveparade Katastrophe nicht verblassen zu lassen.

Zu den Menschen in Erinnerung gebliebene Punkte zählen unter anderem folgende:

Das erste Auslegen von Kondolenzbüchern im Unglückstunnel vom Hochfelder Bürgerverein in das sich Tausende von Menschen eingetragen haben.

 

Der erste Trauermarsch der Fußballfans des MSV Duisburg und des VFL Bochum dessen Mannschaften 5 Tage nach dem Unglück ein Freundschaftsspiel abgehalten haben. Im Vorfeld des Spiels trafen sich beide Fangruppen an der Unglücksstelle und marschierten in einem Trauermarsch Richtung Stadion.

Das Motto dieses Trauermarsches war:

„Getrennt in den Farben, dennoch ... Wir trauern zusammen“

 

Beim Trauermarsch vom 31.Juli 2010 liefen 2.500 Teilnehmer vom Hauptbahnhof auf dem gleichen Weg den die Besucher der Loveparade gegangen waren.

Der Marsch endete mit einer Andacht im Böninger Park.

Dort wurden 21 schwarze und über 500 weiße Luftballons fliegen gelassen.

 

Trauerfeier in der Duisburger Salvatorkirche mit der bewegenden Rede der NRW Ministerpräsidentin Hannelore Kraft.

 

Am 1.August haben die Organisationen Lions Club Duisburg, der Stadtsportbund und ProDuisburg zu einem Spendentrauermarsch aufgerufen an dem ca. 800 Menschen teilnahmen und bei der Alt Oberbürgermeister Josef Krings eine Ansprache hielt.

Ziel war es Spendengelder für eine Erinnerungstafel zu sammeln.

An diesem Tag kamen knapp 5.500 Euro zusammen.

 

Nicht unerwähnt bleiben sollten diejenigen, die nach der sechswöchigen Trauerzeit am Unglücksort eine provisorische Gedenkstätte errichteten.

 

Azubis von Thyssen Krupp, die das Mahnmal des Künstlers Gerhard Losemann umgesetzt haben.

Das Loveparade-Benefizspiel zwischen dem MSV Duisburg und dem FC Schalke 04 bei dem die Eintrittsgelder von 60.000 von beiden Vereinen auf 100.000 Euro aufgestockt und gespendet wurde.

Es gibt noch wesentlich mehr Punkte, die uns bei den unzähligen Gesprächen an der Gedenkstätte mit Betroffenen, Angehörigen, Duisburger und auswärtigen Besuchern aus ganz Deutschland genannt wurden, daher haben wir hier nur die am häufigsten genannten aufgelistet.

Ebenso sollte hier der Widerstand der Duisburger Bevölkerung gegen das Versagen der damaligen Duisburger Stadtspitze gewürdigt werden.

Dies war für die Bürger dieser Stadt wichtig, da sie damit zeigen konnten, dass das Verhalten ihrer Stadtspitze nicht für sie selbst stand.

Sie haben sich und ihrer Stadt die Würde zurück geholt, die durch das politische Versagen verloren gegangen war, und auch ihre Solidarität mit den Betroffenen und den Angehörigen gezeigt.

 

Auch hier haben wir erst einmal nur die uns am häufigsten genannten Punkte aufgezählt:

Die erste initiierte Unterschriftensammlung von Werner Hüsken und Peter Heß, die damit schon früh ein Zeichen des Protestes setzten.

 

Die beiden Duisburg 21-Gruppen, die bei öffentlichen Auftritten von Adolf Sauerland den Protest der Duisburger Bürger auf die Straße gebracht haben und so ein öffentliches Zeichen gesetzt.

 

Aus diesen anfänglich kleinen, von einzelnen Personen gezeigten Protesten formte sich später das Abwahlbündnis „Neuanfang für Duisburg“, das zur erfolgreichen Abwahl Adolf Sauerland führte.

Sie haben der Stadtspitze damit gezeigt, dass sie nicht - wie Peter Greulich gehofft hatte - zu träge und zu bildungsarm sind, um einen wirksamen Widerstand aufzuziehen.

Vergessen werden darf auch nicht die unsägliche Pressekonferenz einen Tag nach dem Unglück, die mit einer der Gründe für den Widerstand in der Duisburger Bevölkerung war.

„Es gibt 21 Tote, und sie eiern hier rum.“ Volker Dörken ist heute noch vielen Besuchern durch diese Worte in Erinnerung geblieben und steht symbolisch für das traurige Schauspiel an diesem Tage.

 

Auch das sogenannte „Sauerland Lied“ der Duisburger Musikergruppe „Die Bandbreite“ ist den Leuten bis heute in den Köpfen.

Dirk Schales, Duisburg, Loveparade 2010, Gedenkstätte
Steinhügel der Erinnerung

Am Ende des Weges, kurz vor dem Unglücksort, sollte man den von Duisburgern, Betroffenen und Angehörigen angelegten „Steinhügel der Erinnerung“ platzieren um seiner Wirkung und seinem eigentlichen Sinn den entsprechenden Ort zu geben.

So wären den Besucher die Gelegenheit gegeben beim Verlassen des eigentlichen Unglücksortes etwas zu hinterlassen.

Angedacht ist ebenfalls entlang des Weges die seitlich begrenzenden Mauern durch Graffitti gestalterisch die Enge des Raumes aufzulösen.

Diese Bilder könnten unter anderem die Geschichte der Loveparade erzählen.

Bei einer solchen Detailreichen Planung ist die Mithilfe von Fachleuten wie einem Landschaftsarchitekten sicherlich von Vorteil.

Ausserdem sollte beachtet für die Besucher entsprechende Sanitären Einrichtungen vor Ort eingerichtet werden.

 

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Gründer und Mitglied des Beirates der Stiftung "Duisburg 24.07.2010"

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